Archiv    l    Aktuelles

Wetter


Themenarchiv

15.05.2012

Louis Dreyfus bringt sich in Stellung

Die Louis Dreyfus Commodities Group, die zu den international führenden Agrarrohstoffhändlern zählt, plant die Expansion. Für Zukäufe will der Konzern Geld am Kapitalmarkt akquirieren. Die Gruppe mit zentralen Büros in Genf und Rotterdam könnte demnächst Anleihen platzieren, sagte Vorstandschef Serge Schoen in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der britischen Financial Times. Ziel sei es, Kapital für Übernahmen einzusammeln. Nach Angaben der Zeitung könnten Zukäufe im Wert bis zu 7 Mrd. US-$ anstehen. Eine kleinere Übernahme hat kürzlich bereits die US-Tochter Louis Dreyfus Commodities LLC angekündigt. Sie will den US-Zuckerkonzern Imperial Sugar Company für rund 200 Mio. US-$ kaufen. Alle internationalen Rohstoffkonzerne sondieren zurzeit Gelegenheiten für Übernahmen. So hat der Schweizer Konzern Glencore kürzlich den kanadischen Getreidehändler Viterra gekauft. Der US-Konzern Archer Daniels Midland (ADM) hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, mit Wilmar International Limited, Singapur, zu kooperieren. Die Vereinbarung umfasst den Düngemittelhandel, Schiffstransporte und die Raffination tropischer Öle in Europa. Interessant für internationale Konzerne ist in Russland außerdem United Grain. Die Regierung in Moskau plant eine Teilprivatisierung des staatlichen Handelskonzerns.(Quelle: AZ)

15.05.2012

Deutliche Umbrüche von Winterweizen in Brandenburg

Sommerweizen und Sommergerste gewinnen in Brandenburg deutlich an Fläche. Der Anbau von Silomais erreicht einen neuen Rekord. Die strengen Fröste Anfang des Jahres haben zu großen Verlusten auf den Winterweizen- und Wintergerstenfeldern in dem ostdeutschen Bundesland geführt. Besonders stark fallen die Umbrüche von Winterweizen ins Gewicht: Bei dieser Kultur mussten Landwirte 29 900 ha oder 19 Prozent der Fläche umpflügen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mit. Winterweizen stehe daher nur auf 125 500 ha, nach noch 151 600 ha im Jahr 2011. Wintergerste musste zwar auf 9 200 ha umgebrochen werden, dennoch steigt die Fläche im Vergleich zum Vorjahr um 800 auf 66.700 ha, wie weiter aus der Statistik hervorgeht. Roggen, Brandenburgs wichtigste Getreideart, blieb von Auswinterungen verschont. Die Anbaufläche mit Roggen wurde um 5 Prozent auf 203 600 ha ausgedehnt. Profitieren von den Umbrüchen werden nach Angaben der Statistiker Sommerweizen und Sommergerste. Die Sommerweizenfläche ist mit 12 000 ha mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr (5 500 ha). Die Anbaufläche mit Sommergerste wächst um 58 Prozent auf 17 700 ha. Durch den verstärkten Einsatz als Substrat in Biogasanlagen steigt auch der Anbau von Silomais. Silomais wachse 2012 auf 169 200 ha und damit auf einem um 2 Prozent größeren Areal als 2011.(Quelle: AZ)

14.05.2012

Scharfe Kurskorrektur beim Sojakomplex 14.05.2012

Die Notierungen für Sojabohnen und Sojaschrot sind nach long-Liquidationen regelrecht eingebrochen. Die Verluste bei Raps hielten sich noch in Grenzen. Für heute deutet sich stärkerer Druck auf die Rapspreise an. Die Weizenkurse in Chicago schlossen etwas schwächer. An der Matif gab es leichtes Plus für Weizen. Mais notierte etwas schwächer. Rohöl setzte seine schwächere Tendenz fort. Weizen: In Chicago gerieten die Weizennotierungen zeitweise unter übergreifenden Druck von Mais und Sojabohnen. Shortabdeckungen verhinderten jedoch größere Verluste zum Börsenschluss. Die Stimmung war getrübt, denn die Wetteraussichten für die heranwachsende US-Weizenernte sind weiterhin ausgezeichnet. An der Matif muss sich der Markt nach Auslaufen des Mai-Kontraktes erst einmal neu orientieren. Das Handelsvolumen war mit gerade einmal 6.800 Kontrakten für den Weizen ausgesprochen dünn. Die Notierungen für die neue Ernte schlossen bei leichten Kursgewinnen gut behauptet. Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen gaben für den auslaufenden Frontmonat Mai deutlicher nach. Die übrigen Notierungen schlossen nur mit einem leichten Minus. Die Fonds waren auf der Verkäuferseite und Druck von Soja und vom vorangegangenen USDA-Report war spürbar. Viele Analysten sehen die bullische Maischätzung des USDA als übertrieben an und rechnen mit Korrekturen in den kommenden Reports. An der Matif notierte Mais etwas schwächer. Sojakomplex: Nach heftigen long-Liquidationen durch die Fonds rauschte der Sojakomplex in den Keller. Die Notierungen für Sojabohnen und Sojaschrot gaben 18 US-$/t nach. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Zahl der offenen Positionen ‚nur‘ um 7.251 Kontrakte abgebaut hat. Schwache Konjunkturdaten aus China und die guten Wetteraussichten für die US-Sojabohnen verschärften den technischen Druck zusätzlich. An der Chicagoer Börse kursieren Einschätzungen, dass die Anbaufläche für US-Sojabohnen 1,5 bis 2 Mio. acres größer ausfallen könnte, als vom USDA geschätzt. Man rechnet damit, dass auf sehr früh geernteten Weizenflächen noch eine späte Sojabohnenaussaat erfolgt und sich die US-Sojabilanz verbessern könnte. Raps: Die Rapskurse gerieten mit den Einbruch der Sojabohnen unter Druck, konnten sich aber mit Kursverlusten von bis zu 4 €/t noch vergleichsweise gut aus der Affäre ziehen. Die schwachen Vorgaben des vorbörslichen Sojakomplexes in Chicago heute Morgen und Nachwirkungen vom Freitag könnten die Rapsnotierungen bei Börseneröffnung stärker unter Druck setzen. Der Markt ist trotz der engen Bilanz anfällig für Korrekturen und deutlich volatiler geworden. In Winnipeg brachen die Canola-Kurse mehr als 15 Can-$/t mit den schwachen Sojanotierungen ein. Rohöl: Die Rohölnotierungen bleiben unter Druck. WTI-Rohöl fiel knapp 1 US-$/Barrel ins Minus, für Brent Crude Öl gaben die Kurse nur halb so stark nach. Der feste US-Dollarkurs, erneut aufkommende Diskussionen um die europäische Schuldenkrise und das Chaos in Griechenland belasteten. Verstärkt wurde das Szenario noch durch schwache Konjunkturdaten aus China. Am 17. Mai soll in den USA die Seaway-Pipeline Rohöl aus dem Andienungsort Cushing zum Golf von Mexiko pumpen. Dies könnte kurzfristig zu einem Abbau der US-Lagerbestände führen und die WTI-Notierungen stabilisieren, erwarten Analysten.(AZ)

14.05.2012

MAI wächst profitabel

Der Generika-Anbieter Makhteshim Agan Ind. (MAI), Tel Aviv, meldet Rekordzahlen für Umsatz und Ergebnis im Pflanzenschutz. Asien und Europa haben besonders zum Wachstum beigetragen. Mit 828 Mio. US-$ war der Umsatz im 1. Quartal 2012 um 6 Prozent höher als im Vorjahresquartal, berichtet das israelische Unternehmen. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) ist im Jahresvergleich sogar um 14 Prozent angestiegen. Allerdings weist das Unternehmen wegen einer höheren Steuerbelastung einen Rückgang des Nettogewinns um 3 Prozent auf 83 Mio. US-$ im 1. Quartal 2012 aus. Nach Regionen ist die Dynamik im Vergleich der 1. Quartale unterschiedlich. Der Umsatz in der Asien-Pazifikregion ist mit mehr als 11 Prozent am stärksten gewachsen. Der größte Absatzmarkt Europa zeigt ebenfalls einen beachtlichen Umsatzanstieg um 9 Prozent. Moderat zugelegt hat MAI in Nordamerika. Einen leichten Rückgang in Südamerika führt das Unternehmen auf die Trockenheit in Argentinien zurück. MAI ist am globalen Pflanzenschutzmarkt größter Anbieter von Generika. Im Jahr 2011 hat das israelische Unternehmen einen Umsatz von rund 2,7 Mrd. US-$ erzielt. Seit Herbst 2011 hält der chinesische Konzern ChemChina die Mehrheit an MAI. In dieser Zusammenarbeit soll die Position am asiatischen Markt gestärkt werden. Tochterunternehmen in Deutschland ist die Feinchemie Schwebda GmbH (FCS) in Köln.(AZ)

14.05.2012

Eingriffe in ukrainischen Ölsaatenmarkt befürchtet

In der Ukraine wird eine Rekordfläche mit Sonnenblumensaat erwartet. Das ruft die Regierung auf den Plan. Marktbeobachter sehen die Gefahr, dass Kiew die Ölsaatenproduktion regulieren wird. Premierminister Viktor Janukowitsch habe das Agrarministerium angewiesen, den Anbau von Ölsaaten zu kontrollieren, teilt das deutsch-ukrainische Institut für ökonomische Forschung und Politikberatung (IER) am Freitag mit. Marktbeobachter in der Ukraine gehen davon aus, dass die Fläche mit Sonnenblumensaat in diesem Jahr das Rekordniveau von 5,4 bis 5,6 Mio. ha erreichen wird, nach 4,7 Mio. ha 2011. In einigen Regionen im Südosten des Landes stehe Sonnenblumensaat auf mehr als der Hälfte der Fläche. Für die Regierung ist damit der gesunde Anteil der Ölsaat an den Fruchtfolgen überschritten.(AZ)

14.05.2012

Ernährungswirtschaft nimmt weniger Geld in die Hand

Die Ernährungswirtschaft wird 2012 voraussichtlich weniger in Innovationen investieren. Das geht aus dem Jahresbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervor. Um rund 200.000 € gegenüber dem Vorjahr auf 1,9 Mrd. € werden die Ausgaben in die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsprozesse sinken, erwartet die BVE. Dabei seien gerade Innovationen bei Produkten und Herstellungssprozessen geeignet, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, konstatiert die Vereinigung. Denn auch 2011 hätten die Unternehmen unter einer angespannten Ertragslage gelitten. Nominal habe die deutsche Ernährungswirtschaft zwar eine Umsatzsteigerung um 7,6 Prozent auf 163,3 Mrd € erreicht. Doch nach steigenden Preisen für Agrarrohstoffe und höheren Transport- und Energiekosten blieb unter dem Strich nur ein Wachstum von 0,8 Prozent übrig. Agrarrohstoffe haben sich laut BVE im vergangenen Jahr um 23 Prozent verteuert.(az)

14.05.2012

EU-Agrarrat debattiert über Greening

Neue Umweltanforderungen gehören zu den umstrittenen Themen der kommenden Agrarreform. Die EU-Ratspräsidentschaft will die Debatte voranbringen. In der nächsten Woche werden sich die EU-Agrarminister in Brüssel treffen. Der Montag ist die Fischereipolitik vorgesehen und der Dienstag für die Agrarpolitik. Hier steht das Greening der Direktzahlungen im Mittelpunkt. Mit der geforderten ökologischen Ausgleichsfläche packt die dänische Präsidentschaft ein heißes Eisen an. Die Minister werden gefragt, ob es noch weitere Maßnahmen gibt, mit denen die Artenvielfalt, sowie die Boden- und Gewässerqualität in der EU verbessert werden kann. Dänemark hält an einer Verknüpfung der Direktzahlungen an neue Umweltauflagen fest, geht aber auch auf die Kritik vieler EU-Mitgliedstaaten ein. Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges" will Schweden den Tierschutz im Schlachthaus ansprechen.(AZ)

14.05.2012

Extreme Auswinterung in Hessen

Über 40 Prozent der Flächen mit Winterweizen und -gerste in Hessen sind umgebrochen worden. Noch unklar ist die Lage bei Winterraps. Hessische Landwirte mussten nach den strengen Frösten Anfang des Jahres Winterweizen auf einer Fläche von 73.000 ha umpflügen, meldet das Landesamt für Statistik in Wiesbaden und beruft sich auf Angaben der Ernte- und Betriebsberichterstatter. Das ursprüngliche Aussaatareal von 170.000 ha schrumpft demnach auf 97.000 ha zusammen. Ähnlich ernst sei die Lage bei Wintergerste: Nachdem Bestände auf 32.000 ha den Frösten zum Opfer fielen, stehe Gerste nur noch auf 43.000 ha. Unklar sei derzeit noch, wie viel Winterraps durch starken Pilzbefall zerstört ist. Zur Aussaat 2011 seien fast 65 000 ha gedrillt worden; das würde ohne Berücksichtigung möglicher Umbrüche exakt der Erntefläche von 2011 entsprechen. Nach Angaben der Statistiker wurden die umgebrochenen Flächen zum größten Teil mit Sommerweizen und Sommergerste bestellt. Zudem hätten Landwirte mehr Silo- und Körnermais ausgesät. Silomais werde voraussichtlich auf rund 47 000 ha stehen, Körnermais auf mindestens 8 000 ha. Im Jahr 2011 wurden von gut 44 000 ha Silo- und Körnermais geerntet. Verdoppelt habe sich die Haferfläche auf 17 000 ha.(AZ)

14.05.2012

Solarstrom im Vermittlungsausschuss

Über das Ausmaß der Kürzungen der Einspeisevergütungen für Solarstrom muss neu verhandelt werden. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss angerufen. Mehrere Redner äußerten bei der heutigen Sitzung die Hoffnung, dass der Vermittlungsausschuss für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine Lösung findet, die gleichzeitig Kosteneffizienz garantiert, aber auch die Energiewende unterstützt. Matthias Machnig, Wirtschaftsminister in Thüringen, forderte außerdem eine zügige Beratung im Vermittlungsausschuss. „Ziel sollte sein, dass wir bis Juli zur Entscheidung kommen", skizzierte der SPD-Politiker den Zeitplan. Ende März hatte der Bundestag beschlossen, dass die Einspeisevergütungen je nach Größe der Solaranlagen um 20 bis 32 Prozent zum 1. April 2012 gesenkt werden sollen. Die Überweisung an den Vermittlungsausschuss hat aufschiebende Wirkung. Die CDU-Politikerin Katharina Reiche, Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, warnte im Bundesrat davor, die Fristen zu lange auszudehnen.(AZ)

14.05.2012

Proben von PCB-Eiern ergeben uneinheitliches Bild

Die ersten Untersuchungsergebnisse im PCB-Fall in Niedersachsen liegen vor. Der betroffene Bio-Freilandbetrieb aus dem Landkreis Oldenburg bleibt gesperrt. Die amtlichen Eiproben aus den sechs Abteilungen des Betriebes deuten auf eine unterschiedliche Belastungssituation hin, meldet das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Freitag. Vier Proben hätten den Höchstgehalt für nicht-dioxinähnliche PCB überschritten. Insgesamt weisen die Untersuchungsergebnisse eine breite Streuung auf: Sie reichen von 12,96 bis 169,34 ng je g Eifett. Der zulässige Höchstwert für so genannte nicht-dioxinähnliche PCB liegt bei 40 ng je g Eifett. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium kündigt ergänzende Probennahmen zur weiteren Ursachenermittlung an. Ein Teilbefund stehe ohnehin noch aus. Ein Discounter mit Sitz in Bayern hatte die PCB-Belastungen im Rahmen von Eigenkontrollen entdeckt, wie Anfang des Monats bekannt geworden war. Die Eier sind nach aktuellem Kenntnisstand in sieben Bundesländer und die Niederlande geliefert worden. (Quelle: AZ)


© cerealis.de